Vielfalt von Dörrbirnen

Sie sind die kulinarische Besonderheit unter den Trockenfrüchten und praktisch nur noch in der Inner- und Ostschweiz, anzutreffen: ganze gedörrte Birnen. Was schon zur Römerzeit bekannt war, hat sich über Jahrhunderte gehalten und findet heute seinen Platz als Delikatesse in neuen Geschmackskombinationen und traditionelle Süssspeisen.

Vielfalt

Die Sortenvielfalt der Birnen ist enorm. Von kleinen süssen Sommerbirnen, wie der Römischen Schmalzbirne bis hin zur grossen feinschmelzenden Butterbirne Napoleons gibt es bezüglich Farbe, Form und Grösse so ziemlich alles. Da erstaunt es nicht, wenn auch deren Verwendungszweck (Tafel-, Most-, Dörrbirnen) dementsprechend divers ist.

Bildquelle: Scan aus dem Buch “100 alte Apfel- und Birnensorten”, Gustav Pfau-Schellenberg, Haupt Verlag, 2017

Projekt

Das NAP-Projekt “Vielfalt von Dörrbirnen” möchte konkrete Empfehlungen zur Dörreignung, Konsistenz und Geschmack verschiedener alter Birnensorten geben- und so auch Anreize zu schaffen, alte Birnensorten vermehrt anzupflanzen und nutzen. Dazu werden 60 Birnensorten aus der Schweizer Birnenvielfalt ausgewählt, in der Dörrerei Oeler in Lömmenschwil im traditionellen Holzofen gedörrt und anschliessend degustiert und bewertet. Die Resultate und Empfehlungen zur Dörreignung und Sortenwahl werden nach Projektschluss (2023) hier aufgeschaltet.

!! Dörrbirnen aus dem Projekt können bereits jetzt beim Verein Obstsortensammlung Roggwil und online auf dem Gastronomiemarktplatz ONO gekauft werden!!

Dörren

Mehr zum Thema “Dörrbirnen” und “Dörren von Obst” finden Sie hier

Kulinarik

Dörrbirnen eigen sich hervorragend fein geschnitten als Apéro mit Käse und Baumnüssen. Meistens aber werden gedörrte Birnen vor dem Konsum gekocht. Über Jahrhunderte hinweg waren Dörrbirnen eine wichtige und gerade im Winter alltägliche Speisebeilage. Besonders beliebt waren sie zu Speck oder anderem Fleisch und Kartoffeln. Wie in diversen älteren Kochbüchern nachzulesen ist, wurden sie früher auch oft im Wein eingekocht. Heute kommen Dörrbirnen meist als Dessert auf den Tisch als Brischtner Nytlä, Birewegge, Birebrot oder Schlorziflade. Aber auch die moderne Küche entdeckt die traditionellen Dörrbirnen für sich und kreiert neue Geschmackskombinationen.

Hier geht’s zum traditionelle Birewegge Rezept von Swissmilk

Hier geht’s zum Rezept Dörrbirnen-Ravioli von Andreas Caminada

Kontaktieren Sie bei Interesse oder Fragen zum Projekt Anna Dalbosco.

Dieses Projekt wird im Rahmen des Nationalen Aktionsplanes zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen durch das Bundesamt für Landwirtschaft finanziert.

Quelle: Einige Textteile sind übernommen aus dem Inventar Kulinarisches Erbe der Schweiz, www.kulinarischeserbe.ch

In Zusammenarbeit mit ONO- dem Marktplatz für nachhaltige Lebensmittel www.ono-app.ch