Obstvielfalt

Seit Urzeiten gehören Früchte und Nüsse zur Ernährung der Menschen. Sie bereichern den Speiseplan und liefern unter anderem wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Kohlenhydrate. Bereits die Assyrer und Ägypter entdeckten, dass sie durch eine Selektion bessere und grössere Früchte ernten konnten. Durch die gezielte Auslese entstanden über die Jahrhunderte unzählige Sorten, die teilweise sehr kleinräumig gepflanzt wurden, perfekt angepasst an Klima und Boden.

Schweizer Lokalsorten tragen teilweise typische Mundartnamen wie Baringel, eine lokale Zwetschgensorte aus dem Kanton St. Gallen oder die Güggelikirsche aus Zollbrück. Die Thurgauer Apfelsorte Fraurotacher aus dem 18. Jahrhundert schaffte den Sprung aufs Nationale Parkett und von der Schweizer Wasserbirne kennt man den genauen Ursprung nicht, sie wird aber 1302 im in Emishofen, Kanton Thurgau, erstmals erwähnt und wurde seither in der ganzen Schweiz angebaut. Andere alte Sorten wie die Äpfel Gravensteiner und Berlepsch haben ausländische Wurzeln, aber längst auch einen starken, soziokulturellen Bezug zur Schweiz.

Übrigens: Eine Obstsorte muss zur Erhaltung immer auf einen Baum aufgepfropft werden. Aus den Samen einer Frucht entsteht grundsätzlich eine neue Sorte, weil die Befruchtung der Blüte in den meisten Fällen nur mit dem Pollen einer fremden Sorte möglich ist.

Die Schweizerische Obstsortenvielfalt ist Teil unserer Biodiversität und ein Kulturgut, das so reich ist wie unsere unterschiedlichen Landschaftsräume und deren Geschichten. Sie ist eine genetische Schatztruhe mit einer Fülle an Formen und Farben, Aromen und Inhaltsstoffen, an Nutzungseignungen, Wuchsformen, Krankheitstoleranzen und anderen Eigenschaften. Dieser genetische Reichtum soll auch kommenden Generationen zur Verfügung stehen.

FRUCTUS stellt nicht nur die Erhaltung, sondern auch die Förderung der Schweizerischen Obstsortenvielfalt in den Mittelpunkt ihrer Arbeit!

NAP-Sammlungen in der Schweiz

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