Rothenhauser Holzapfel

Diese kleinfruchtige Sorte wurde bei der Inventarisierung in Neukirch an der Thur im Kanton Thurgau entdeckt.

Die Sorte ist eine kuriose Spezialität. Als Tafelapfel ist sie kaum zu geniessen desto stärker überzeugt sie aber als Mischpartner für Cider. Hier wird sie als bittersharb, sauer und aromatisch eingestuft. Im Rahmen des Promotionsprojetktes PROGR werden Pflanzungen dieser Sorte unterstützt und erste Ciderprodukte getestet.

Anbau: Äusserst robuste Sorte. Baum tropft.

Steckbrief

Verwendung Mostapfel, Cider (bittersauer)
Geschmack sauer, aromatisch
Fruchtgrösse sehr klein bis klein, Höhe 40 mm, Durchmesser 50 mm
Fruchtfarbe Grundfarbe: gelb. Deckfarbe: rot
Lagerung k.A.
Blütezeitpunkt früh bis mittel
Reifezeitpunkt mittel bis spät
Höhenlage* nicht geeignet
Krankheitsanfälligkeit
Schorf schwach anfällig (Felderhebungen)
Mehltau schwach anfällig (Felderhebungen)
Feuerbrand Triebtestung: getestet, nicht genug aussagekräftig
Marssonina k.A.

*Anbau in höheren Lagen: Die meisten Apfelsorten gedeihen auf der Alpennordseite als freistehende Bäume bis auf eine Höhe von rund 700 m.ü.Meer problemlos. In höheren Lagen bis ungefähr 1000 m.ü.M kommen spätreifende und besonders frostempfindliche Sorten nicht mehr in Frage. Darüber benötigt es entweder einen geschützten Standort, z.B. an einer Hauswand oder speziell an Höhenlagen angepasste sorten. Kritisch wird es ab ungefähr 1200 m.ü.M, aber selbst dort können Apfelbäume mit einer geschickten Sorten- und Standortwahl erfolgreich kultiviert werden. Als Faustregel gilt, dass pro 100 m höhere Lage die Blüte und Ernte um rund eine Woche verzögert wird. Wird im Steckbrief “nicht geeignet” angegeben, so fehlen gesicherte Angaben, dass die Sorte für Höhenlage geeignet ist.

Datenquelle: Die Sortenblätter wurden in einem Projekt zur Beschreibung von Obstgenressourcen im Auftrag des BLW bei FRUCTUS und Agroscope im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen für die Ernährung und Landwirtschaft (NAP- PGREL) erstellt. Das FRUCTUS-Projekt wird vom Bundesamt für Landwirtschaft finanziert.
Bei den Sorten ohne Sortenblatt wurden die Beschreibungen von FRUCTUS-Fachpersonen erstellt basierend auf Literaturangaben und Erfahrungswerten.