Schneiderapfel

Synonyme: Albisser, Welsch Grünacher

Stammt aus dem Kanton Zürich um 1746. Wegen der Saftqualität zählt diese Sorte zu den Spezialmostapfelsorten und wird zudem schon seit über 100 Jahren als Stammbildner verwendet. Der Hochstammbaum fällt im Sommer optisch durch sein dunkelgrünes, gesundes Laub auf. Der Wuchs ist stark, die Bäume bilden viele starke, aufwärtsstrebende Triebe. Der Ertrag setzt sehr spät ein, die Sorte ist triploid. Der Schneiderapfel wird dank seiner allgemeinen Robustheit in den Schweizer Baumschulen seit über 100 Jahren als Stammbildner verwendet. In den letzten Jahren wurde er wegen seiner geringen Krankheitsanfälligkeit häufig als Mostapfelsorte gepflanzt. FRUCTUS kürte den Schneiderapfel 2008 zur Schweizer Obstsorte des Jahres.

Steckbrief

Verwendung Tafel-, Most- und Kochapfel, Cider (sauer/bittersauer). Spezialmostsorte.
Geschmack sauer, ausgeglichen, fein aromatisch
Fruchtgrösse mittel bis gross, Höhe 67 mm, Durchmesser 72 mm
Fruchtfarbe Grundfarbe: grüngelb, Deckfarbe: rot
Lagerung im Kühllager bis März lagerbar
Blütezeitpunkt mittel bis spät
Reifezeitpunkt mittel
Höhenlage* geeignet
Krankheitsanfälligkeit
Schorf mittel anfällig
Mehltau mittel anfällig
Feuerbrand robust (Merkblatt 732)
Marssonina k.A.

*Anbau in höheren Lagen: Die meisten Apfelsorten gedeihen auf der Alpennordseite als freistehende Bäume bis auf eine Höhe von rund 700 m.ü.Meer problemlos. In höheren Lagen bis ungefähr 1000 m.ü.M kommen spätreifende und besonders frostempfindliche Sorten nicht mehr in Frage. Darüber benötigt es entweder einen geschützten Standort, z.B. an einer Hauswand oder speziell an Höhenlagen angepasste sorten. Kritisch wird es ab ungefähr 1200 m.ü.M, aber selbst dort können Apfelbäume mit einer geschickten Sorten- und Standortwahl erfolgreich kultiviert werden. Als Faustregel gilt, dass pro 100 m höhere Lage die Blüte und Ernte um rund eine Woche verzögert wird. Wird im Steckbrief “nicht geeignet” angegeben, so fehlen gesicherte Angaben, dass die Sorte für Höhenlage geeignet ist.

Datenquelle: Die Sortenblätter wurden in einem Projekt zur Beschreibung von Obstgenressourcen im Auftrag des BLW bei FRUCTUS und Agroscope im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen für die Ernährung und Landwirtschaft (NAP- PGREL) erstellt. Das FRUCTUS-Projekt wird vom Bundesamt für Landwirtschaft finanziert.
Bei den Sorten ohne Sortenblatt wurden die Beschreibungen von FRUCTUS-Fachpersonen erstellt basierend auf Literaturangaben und Erfahrungswerten.