Der Usterapfel ist die Obstsorte des Jahres 2021

Die diesjährige Sorte des Jahres ist der zitronengelbe Usterapfel – eine fast in Vergessenheit geratene Süssapfelsorte.

Vor hundert Jahren standen in fast jedem Obstgarten ein bis zwei Bäume mit Süssäpfeln. Als Süssäpfel werden Sorten bezeichnet, die besonders reich an Zucker und gleichzeitig säurearm sind. Diese eigentlichen Zuckerbomben unter den Äpfeln lieferten süsse Beilagen, Trockenfrüchte und Zuckerersatz in Form von Apfeldicksaft, in der französischen Schweiz vin cuit genannt.

Die kleinen Uster-Äpfel mit der unverkennbaren, oft unregelmässigen und schmal-kegelförmigen Form werden nur etwa 5,5 bis 7 Zentimeter hoch. Sie sind von weiss- bis zitronengelber Grundfarbe, die auf der Sonnenseite manchmal von roter Farbe überzogen ist. Etwa Mitte September sind die Äpfel reif und lassen sich ungekühlt nur wenige Wochen lagern.

Das Aroma reifer Usteräpfel ist intensiv-fruchtig und von einer leichten Vanillenote geprägt. Menschen, die schon als Kind Usteräpfel gegessen haben, bleibt dieser typische Geschmack oft zeitlebens im kulinarischen Gedächtnis erhalten.

In gedörrten Apfelschnitzen kommen Aromen und Süsse besonders gut zur Geltung. Gekocht sind die «Usteröpfelschnitzli» von angenehm fester Konsistenz und eine exklusive Beilage zu salzigen Gerichten. Als Beigabe zu sauren Äpfeln sorgen Usteräpfel in Apfelmus oder Most für die Süsse und ein ausgewogenes Aroma.

Herkunft, Verwendung und Rezept: Der erfahrene Pomologe und FRUCTUS-Mitglied Göpf Mülli aus Uster kennt den Usterapfel seit seiner Kindheit. Er kocht die Äpfel zu Karamellschnitzen ein. Er ist auch der Herkunft der Sorte nachgegangen. Mehr dazu finden Sie im Flyer.

Karamellschnitze nach dem Rezept von Göpf Mülli: Nach Belieben 50 bis 150 Gramm Zucker in 5 Deziliter Wasser auflösen. 2 Kilogramm reife Usteräpfel ungeschält halbieren, Gehäuse entfernen und in Schnitze schneiden. Nach Belieben 1 bis 2 Esslöffel Zucker sorgfältig karamellisieren, mit dem Zuckerwasser ablöschen. Apfelschnitze und die dünn abgeschälte Schale einer Zitrone dazugeben. Äpfel knapp weichkochen. Schnitze in ein Glas füllen, Flüssigkeit nochmals kurz aufkochen und darüber giessen. Luftdicht verschliessen und langsam abkühlen lassen.  Mit oder ohne Schlagrahm servieren. 

Früchte kaufen oder Baum pflanzen: Der Usterapfel ist selten, und es gibt nur noch wenige Bäume. Deshalb ist es schwierig, Usteräpfel zu erhalten. Wenn Sie selber einen Baum für den Eigengebrauch pflanzen möchten, fragen Sie sich bei Ihrer Baumschule nach, ob Jungbäume verfügbar sind. Eine Liste mit Baumschulen finden Sihier.

BRIEFMARKE MIT DEM USTERAPFEL

FRUCTUS erstellt jedes Jahr eine Briefmarke mit der Sorte des Jahres. Sie können die Briefmarke auf der Geschäftsstelle bestellen.

  • Briefmarke mit Blüte: Wert: 85 Rappen. Bogen à 12 Briefmarken: 15 Franken
  • Briefmarke mit Frucht: Wert: 1.00 Franken. Bogen à 12 Briefmarken: 17 Franken
  • Set: Usterapfel-Briefmarken: Je ein Bogen à 12 A- und B-Post-Marken: 30 Franken

Fotogalerie